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Freunde und Förderer des Laufteam Braunschweig e.V. |
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Nachruf für René Herms
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Für uns alle unfassbar ist in der Nacht vom 9. zum 10. Januar unser 800-Meter-Läufer René Herms verstorben. Athleten verlieren mit ihm ein sportliches Vorbild und einen Freund, seine Frau Steffi und seine Familie ungleich mehr. Unsere Bestürzung und Trauer sind wenig gegenüber dem, was seine Angehörigen und sein heimatliches Umfeld empfinden müssen.
Wir wollen an dieser Stelle an sein sportliches Leben und seine Person erinnern, so wie wir unseren René Herms in Braunschweig kennen gelernt und erlebt haben.
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René Herms †
René wurde nach dem Abitur im Jahr 2001 in die Sportfördergruppe der Bundeswehr aufgenommen und konnte sich so ausschließlich dem Leistungssport widmen. Seinen ersten von 12 deutschen Meistertiteln gewann er bereits im Alter von 19 Jahren. Erhebliches Aufsehen erregte seine Titelverteidigung ein Jahr später in Wattenscheid. Hier schlug er Olympiasieger Nils Schumann und verdrängte ihn auf Dauer von der Spitze der nationalen 800-Meter-Hierarchie. Bei den Europameisterschaften 2002 belegte er im Endlauf Rang sieben, bei Olympia 2004 und bei Weltmeisterschaften kam René in das Halbfinale. 2003 hatte er den Titel bei den kontinentalen Titelkämpfen in der Altersklasse U 23 gewonnen. Mit seiner Bestzeit von 1:44,14 Minuten steht er in der ewigen deutschen Bestenliste an fünfter Stelle.
Nach seinem Scheitern im Vorlauf bei der EM in Göteborg im Jahr 2006 wechselte René aus Pirna zum Laufteam Braunschweig, dem er im Februar 2007 gleich den deutschen Meistertitel in der Halle bescherte. Wir waren stolz darauf, dass ein Athlet dieser Klasse zu unserem Laufteam stieß, jetzt für die LG Braunschweig startete. Dass er sich im Laufteam sehr wohl fühlte, brachte er häufig zum Ausdruck. Ihm gefielen die familiäre Atmosphäre und die Partnerschaftlichkeit im Umgang auch mit Funktionsträgern. Gern wollte er sich langfristig an das Laufteam binden für seine Karriereplanung, die bis in das Jahr 2012 reichte.
In den letzten Jahren bedrängten ihn jüngere nationale Konkurrenten. 2007 und 2008 musste René sich bei den DLV-Titelkämpfen mit zweiten Plätzen zufrieden geben. „Was damals dem Nils passiert ist, passiert jetzt mir“, analysierte er seine erste DM-Niederlage mit sachlichem Ernst. Seinem Bezwinger gratulierte er freundschaftlich und fair. Nach wie vor gehörte er zur absoluten Spitze.
Neben dem konzentrierten und zurückhaltenden René, den man von den Wettkämpfen kannte, gab es auch den lustigen und der Öffentlichkeit zugeneigten jungen Mann. Ein Tattoo wurde zum fotografischen Renner. Für den Heiratsantrag an seine Steffi wählte er im Jahr 2004 den Moment nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung bei den deutschen Meisterschaften im Braunschweiger Stadion. 20.000 Zuschauer sollten und konnten über die Lautsprecher zuhören, wie sie ihm ihr Jawort gab.
Trotz der nicht mehr uneingeschränkten Vormachtstellung und gleichwertiger Konkurrenten sah René sich mehr in der Rolle des Gejagten als in der des Jägers. Dass der DLV den einstigen großen Hoffnungsträger zuletzt nach knapp verpasster Olympiaqualifikation aus der Förderung nahm, mag an ihm genagt haben. Vor allem aber motivierte es ihn.
Die Weltmeisterschaften 2009 in Berlin sollten sein Forum werden. Wir glaubten an René, die Karten hatten wir schon bestellt. Trainingslager waren geplant, das nächste für den Januar in Kienbaum.
René hatte noch viel vor. Er war doch noch auf der ersten Runde seines Lebens.
Das Laufteam Braunschweig und seine Athleten werden ihren René Herms nicht vergessen.
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